Wie kommt die Farbe in den Kasten?
Ob tiefblaue Unterwasserwelten, sonnengelbe Wüstenlandschaften oder kunterbunte Fantasie-Gemälde
– mit einem Deckfarbkasten, ein wenig Wasser und dem richtigen Pinsel lässt sich jedes
Meisterwerk farbenfroh aufs Papier zaubern. Doch wie genau kommen die vielen Farben
eigentlich in den Deckfarbkasten? Wir haben den bunten Produktionsweg von der losen
Farbe bis zum fertigen Kasten mit verfolgt.

1. Los geht es mit – Pulver! Lange bevor die Farbe im Deckfarbkasten landet, liegt sie säckeweise in Pulverform vor. Natürlich bereits farblich vorsortiert: Der Deckfarbkasten K12 von Pelikan beinhaltet die 12 Farben Schwarz, Magentarot, Zinnoberrot, Gelb, Orange, Ockergelb, Violett, Ultramarinblau, Cyanblau, Blaugrün, Gelbgrün und Gebranntes Siena. Diese Farben entsprechen genau der Norm DIN 5023, die vom Deutschen Institut für Normung für einen Schul-Deckfarbkasten mit 12 Farben festgelegt wurde. Ziel dieser Normung ist es, den Schulkindern pädagogisch abgesichertes Arbeitsmaterial an die Hand zu geben und allen Schülern im Kunstunterricht die gleichen Voraussetzungen zum Lernen – zum Beispiel der Grundlagen der Farbenlehre – zu bieten.
2. Vom Farbpulver zur Farbtablette: Weil das lose Pulver im Deckfarbkasten natürlich durcheinanderwirbeln und sich ungewollt
vermischen würde, muss es jetzt in das richtige Format für den Deckfarbkasten gebracht
werden. Dafür wird es zuerst in einem großen Auffangsack gesammelt. Von dort aus wird
das Pulver in genau abgemessenen Mengen in eine kleine Form gefüllt. Farben in Pulverform
nennt man übrigens „Pigmente“. Doch in diesem Schritt ändert die Farbe bereits ihren
Zustand: Der Vorgang findet nämlich unter Hochdruck statt und die einzelnen Pulverkörner
werden ganz eng aneinander gepresst, sodass am Ende eine feste, harte Farbtablette
entsteht. Jetzt hat die Farbe schon einmal die richtige Form für den Deckfarbkasten!
3. Auch für die Farbtabletten selbst gibt es feste Regeln der DIN-Norm: Sie müssen mindestens einen Durchmesser von 30 mm haben und ein Volumen von mindestens
3,5 cm² besitzen. Die 12 Farbtöne müssen später im Kasten außerdem in einer vorgegeben
Reihenfolge sitzen – in jedem Deckfarbkasten befindet sich zum Beispiel die gelbe
Farbtablette ganz oben links und die schwarze ganz unten rechts. Die Abfolge ist dieselbe
wie die Anordnung der Farben im Farbkreis, dem „Ordnungssystem“, das man in der Farbenlehre
nutzt. Der Farbkreis verdeutlicht den Gesamtzusammenhang aller Farben und bringt die
Primärfarben (Gelb, Magentarot, Cyanblau) und die Sekundär- und Tertiärfarben, die
man alle aus den drei erstgenannten mischen kann, in ein einfach verständliches Modell.
Die Komplementärfarben liegen sich dabei stets soweit wie möglich auseinander, sprich
genau gegenüber.
4. Natürlich muss nun noch ein Gehäuse entstehen, in dem die Farbtabletten ihren Platz finden! Dafür wird Kunststoffgranulat
erst eingeschmolzen und dann in die richtige Form gebracht. Die Förmchen für die Farbtabletten
entstehen aus grauem Granulat, der Deckel aus weißem. Das ist sinnvoll, weil sich
auf seiner Innenseite später die Mischflächen befinden, in denen die Farben miteinander
vermischt werden. Die müssen unbedingt weiß sein, weil neu gemischte Farbtöne auf
weißem Grund natürlich am besten erkennbar sind.


5. Ist der Kunststoff erst einmal ausgehärtet und fest, dann ist der Kasten auch schon
so gut wie fertig – nur noch „gefüllt“ werden muss er.
Zunächst finden die 12 Farbtabletten in den einzeln auswechselbaren Farbschälchen ihren Platz. Hierbei muss auf die bereits angesprochene Reihenfolge geachtet werden! Nach der DIN-Norm muss der Deckfarbkasten außerdem eine Tube Deckweiß mit mindestens 5 ml Inhalt enthalten sowie Platz für mindestens ein Pinsel bieten.
Die Oberfläche ist besonders robust und bruchstabil, damit der Deckfarbkasten lange Freude bereitet.
6. Fast geschafft – jetzt fehlt nur noch die Faltschachtel um den Kasten. Sie wird
bunt bedruckt und mit allen wichtigen Informationen beschriftet – fertig ist die Verpackung
und der Deckfarbkasten kann in ihr sicher seinen Weg ins Ladenregal antreten. Von
hier aus landet er nicht nur in zahlreichen Kinderzimmern, sondern auch bei vielen
Hobbymalern, Bastlern und kleinen Künstlern – und selbst verständlich in jedem gut
sortierten Schulranzen als perfekte Ausstattung für den Kunstunterricht!
(Bilder und Text: Pelikan)

