Paul Cézanne
"Äpfel, Pfirsiche, Birnen und Trauben"

Man könnte meinen, ein Stilleben zu malen bedeutet für Grundschüler eine echte Überforderung. Werden aber die Schüler in den Gestaltungsprozess der Gegenstände mit einbezogen, arbeiten sie gleich engagierter und mit gespannter Vorfreude auf das fertige Ergebnis.

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K12 - Das Original: Paul Cézanne - "Äpfel, Pfirsiche, Birnen und Trauben"


Original Schülerbild

Künstlerisches Malen mit dem Pelikan Deckfarbkasten K12

Mit dieser Ausgabe von Pelikan K12 - Das Original präsentieren wir Ihnen einen exklusiven Unterrichtsvorschlag für die Arbeit mit dem Pelikan Deckfarbkasten. Im Mittelpunkt steht dabei die Arbeit des Künstlers Paul Cézanne.


Äpfel, Pfirsiche, Birnen und Trauben (1879-1880)

http://www.harley.com/art/abstract-art/cezanne.html

Ablauf der Unterrichtseinheit "Paul Cézanne: Äpfel, Pfirsiche, Birnen und Trauben"

Man könnte meinen, ein Stilleben zu malen bedeutet für Grundschüler eine echte Überforderung. Die Kinder müssen sich auf einen Gegenstand konzentrieren und sollen versuchen, diesen möglichst eigenständig abzuzeichnen. Dafür ist oft ein geduldiges Arbeiten notwendig. Werden aber die Schüler in den Gestaltungsprozess der Gegenstände mit einbezogen, arbeiten sie gleich engagierter und mit gespannter Vorfreude auf das fertige Ergebnis.

So einfach geht es:

 

  1. Laden Sie das Materialpaket „Paul Cézanne: „Äpfel, Pfirsiche, Birnen und Trauben" aus dem Internet herunter.
  2. Drucken Sie die Downloadvorlage „leerer Korb“ aus, oder zeichnen Sie einen Korb an die Tafel.


    Zeichnung eines leeren Korbes an der Tafel oder als Downloadvorlage.

    Besprechen Sie mit den Schülern, wie sich dieser Korb mit Obst füllen lassen könnte, z. B. mit:
    • Lieblingsfrüchten,
    • Früchten zur Jahreszeit,
    • einfach oder schwierig zu zeichnenden Früchten.
    Interessant kann auch die Frage sein, in welchen Gefäßen oder Behältern Obst zuhause gelagert wird.
    Binden Sie die Schüler aktiv in die Planung mit ein:
    • Mitgebrachte Früchte werden in einen Korb gelegt und dieser wird abgemalt.
    • Sie bringen einen Korb mit, Früchte werden drapiert und die Schüler malen ihn ab.
    • Zu einem gemeinsamen gesunden Frühstück bringen die Schüler Obst mit, ordnen es in einem Korb an und malen dieses Stilleben ab.
    • Differenzierungsmaterial: Die Schüler arbeiten mit den Downloadvorlagen und können so „ihren“ Korb individuell gestalten und ihn anschließend ab- oder anmalen.
    Es gibt eine Reihe an Möglichkeiten in diese Unterrichtseinheit einzusteigen.
    Tipp: Wichtig ist immer eine klare Aufgabenstellung! Suchen Sie sich daher „Ihren“ Verlauf aus und kombinieren Sie die Materialien nach Belieben.
  3. Nach der Planungsphase beginnt nun der praktische Teil. Die Schüler bearbeiten ihre Bilder.
    Zunächst entsteht eine schwarz-weiß Zeichnung (Entwurf) des zu malenden Korbes mit Früchten. Danach können alle Obstsorten und der Korb mit Deckfarben bunt bemalt werden. Abschließend werden die Konturen mit einem schwarzen Fasermaler, z.B. Colorella Duo, nachgezogen.


    Schwarz-weiß Zeichnung eines Obstkorbes. Buntbemalter Obstkorb.

  4. Als Pop-Art Variante bietet es sich an, die Früchte nicht originalgetreu, sondern möglichst verfremdet aufzumalen. Dafür wird jedes Obst mit nur einer Farbe in den Korb gemalt, wie in unserem Beispiel die blaue Banane oder eine magentarote Ananas.


    Die Pop-Art Variante des Obstkorbes wirkt farbig besonders gut. Downloadvorlage „Unterschiede“.

    Besprechen Sie mit Ihren Schülern, welche Farben sich besonders für diese Art der Verfremdung eignen. Vielleicht finden die Kinder noch weitere schöne Farbkombinationen. Die besondere Wirkung eines solchen Bildes wird noch deutlicher, wenn unterschiedliche Arbeitstechniken miteinander verglichen werden. Diese Wirkungen können Sie zusammen mit Ihren Schülern, mit Hilfe der Downloadvorlage „Unterschiede“ aus dem Materialpaket, erkunden. Diese kann zur Demonstration auf Folie ausgedruckt werden.
  5. Eine Besprechung der verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen vertieft diese Unterrichtseinheit. Das gemeinsame Essen der Früchte rundet die Einheit ab.

Differenzierungsmöglichkeiten

Für den Einstieg in diese Unterrichtseinheit benötigen die Schüler einen Korb, der später mit Früchten gefüllt werden soll. Haben die Schüler Schwierigkeiten einen Korb zu malen, bieten sich Hilfen an. Im Materialpaket finden Sie zwei Vorlagen dafür. Einmal steht der Korb als Umriss zur Verfügung, einmal mit Struktur. Dieser lässt sich auch schwarz-weiß ausdrucken und von den Kindern mit Deckfarben lasierend übermalen.


Der Korb als Umriss und als Malvorlage.

Die Kinder sollen ihren eigenen Korb mit Früchten gestalten. Als Hilfestellung können Sie Ihren Schülern einzelne oder mehrere Obstabbildungen zum Ausmalen bereitstellen.


Stellen Sie Ihren Schülern einzelne oder mehrere Obstsorten bereit.

Die Obstabbildungen bieten wir Ihnen auch farbig an. So ist es möglich, dass Sie diese Abbildungen als Demonstrationsobjekte nutzen können. Hängen die Abbildungen an der Tafel, können sich schwächere Schüler auch an ihrer Form oder den Farben orientieren.


Die farbigen Abbildungen können den Schülern auch als Vorlage zum Abmalen dienen.

Einen fertig gestalteten Obstkorb als schwarz-weiß Vorlage finden Sie ebenfalls im Materialpaket. Auf dem Blatt finden Sie zwei verschiedene Versionen. Die obere Vorlage ist einfacher zum Ausmalen (hier fehlen die Erdbeere und die Kirschen), die untere ist etwas komplexer.


Den Obstkorb gibt es in zwei Versionen auch fertiggestaltet als Differenzierungsmaterial. Dieser muss nur noch ausgemalt werden.

Schülerarbeiten als Anschauungsmaterial

Die Schüler der folgenden Arbeiten haben sich jeweils in Partnerarbeit einen Obstkorb mitgebracht und diesen abgemalt. Zum Schluss wurde das Obst gemeinsam gegessen und bildete somit die Rahmenhandlung der Unterrichtseinheit „Gesundes Frühstück“ beim fächerübergreifenden Arbeiten Sachunterricht-Kunst.






Diese beispielhaften Schülerarbeiten können wiederum als Anschauungsmaterial im Unterricht eingesetzt werden.

Über Paul Cézanne

  • 1839 Am 19. Januar 1839 wird Paul Cézanne als ältester Sohn des Händlers und Bankiers Louis-Auguste Cézanne und Anne-Elisabeth Aubert in Aix-en-Provence geboren. Seine Eltern heirateten erst im Jahr 1844.
  • 1849-1858 Er besucht in Aix-en-Provence die Ècole Saint-Joseph und das Collège Bourbon, wobei er in wohlhabenden Verhältnissen auf wächst.
  • 1859-1861 Cézanne studiert in Aix-en-Provence auf Wunsch seines Vaters Jura. Währenddessen nimmt er aber auch Zeichen- und Malunterricht an der freien Zeichenschule der Stadt.
  • 1861 Der Vater gibt dem Wunsch seines Sohnes nach und erlaubt ihm, Maler zu werden. Paul betreibt Aktstudien an der Akadémie Suisse in Paris und lernt dort den Maler Camille Pissarro (1830-1903) kennen. Allerdings fühlt er sich in Paris nicht wohl, wird depressiv und kehrt am Ende des Jahres nach Aix-en-Provence zurück, wo er in der Bank seines Vaters arbeitet.
  • 1862 Cézanne kann sich mit dem Leben als Bankangestellter nicht abfinden und reist erneut nach Paris. Er wird trotzdem von seinem Vater finanziell unterstützt. Die Bewerbung an der „École des Beaux-Arts“ scheitert, so dass er wieder die Académie Suisse besucht. Dort lernt er Édouard Manet (1832-1883), Claude Monet (1840-1926) und Auguste Renoir (1841-1919) kennen. Im Louvre kopiert er die alten Meister.
  • 1863 Seine Bilder werden für die Jahresausstellung der „École des Beaux-Arts“ abgelehnt, allerdings im „Salon des Refusés“ (Salon der Zurückgewiesenen) gezeigt. Seine frühen Werke sind von starken Kontrasten und dunklen Farben geprägt.
  • 1869 Er lernt seine spätere Ehefrau, die Buchbinderin Hortense Fiquet, in Paris kennen.
  • 1870-1871 Cézanne und Fiquet halten sich während des Deutsch-Französischen Krieges im Fischerdorf L’Estaque in der Nähe von Marseille auf, wo sich Paul der Landschaftsmalerei widmet. Nach Kriegsende ziehen sie wieder nach Paris zurück.
  • 1872 Sohn Paul wird geboren und die Familie zieht von Paris nach Pontoise im Tal der Oise zu Pissarro, der Cézanne die impressionistische Malweise näher bringt. Seine Werke werden von nun an heller und weniger kontrastreich.
  • 1874 In der ersten Gruppenausstellung der Impressionisten werden einige seiner Bilder gezeigt.
  • 1875-1876 Cézanne zieht wieder nach Aix-en-Provence.
  • 1877 In der dritten Ausstellung der Impressionisten werden 16 seiner Bilder gezeigt.
  • 1878-1885 Er verbringt viel Zeit in Aix-en-Provence und L’Estaque. Er malt zahlreiche Stillleben und Portraits. Im Gegensatz zu anderen Impressionisten ist er nicht mehr bereit auf die Form zugunsten der Farbe zu verzichten.
  • 1886 Im Frühjahr heiraten Cézanne und Fiquet und im Herbst stirbt sein Vater, der ihm ein beträchtliches Vermögen hinterläßt.
  • 1887-1899 Cézanne lebt in Paris und in der Provence. Er wird immer mehr zum Einzelgänger. In seinen Bildern zeigt sich ein großes Interesse am Bildaufbau und klaren Linien, was ihn von anderen Impressionisten unterscheidet. Er erlangt zunehmend Anerkennung und Berühmtheit, seine Werke werden auch im Ausland gezeigt.
  • 1895 Erste Einzelausstellung in einer Pariser Gallerie.
  • 1899-1906 Cézanne hält sich fast ausschließlich in Aix-en-Provence auf, seine Familie bleibt in Paris.
  • 1906 Am 22. Oktober stirbt Paul Cézanne an den Folgen einer Lungenentzündung, die er sich durch ein Unwetter, dass ihn beim Malen überraschte, zugezogen hat.