Komplementär-Kontrast
mit Nachbarfarben

Den größten Kontrast zweier Farben bilden Komplementärfarben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen. Diese enorme Wirkung ist aber durchaus noch steigerungsfähig.

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Komplementär-Kontrast mit Nachbarfarben

Wimpel-Ensemble-1
Die bunten Wimpel sehen wegen ihrer Farbauswahl im Garten besonders gut aus. Welches Geheimnis hinter dieser Farbwirkung steckt, zeigt diese Unterrichtseinheit.

Lehrerinformation

Den größten Kontrast zweier Farben bilden Komplementärfarben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen. Diese enorme Wirkung ist aber durchaus noch steigerungsfähig. Weniger bekannt ist der Komplementärkontrast nämlich dann, wenn von einer beteiligten Farbe seine Nachbarfarben ebenfalls mit in die Gestaltung einbezogen werden.

Informationen zu Komplementärfarben

Grundlage unserer Betrachtung ist der 12er Farbkreis, in dem alle Farben kreisförmig angeordnet sind. Zwei Komplementärfarben liegen sich dabei immer direkt gegenüber. Sie sind so stark, dass sie sich zusammen in ein Grau mischen und damit ihre Farbigkeit verlieren. Werden sie aber nebeneinander verwendet, stärkt dies die gegenseitige Wirkung und wird durch die Verwendung der Nachbarfarben sogar noch erhöht.

Die schematische Darstellung im 12er Farbkreis zeigt, dass sich Gelbgrün und die Komplementärfarbe Rotviolett gegenüberstehen. Die Nachbarfarben Violett und Magenta werden ebenfalls mit in die Gestaltung einbezogen.

Material zur Unterrichtseinheit „Komplementär-Kontrast mit Nachbarfarben“

Das wird benötigt:

  • Deckfarbkasten K12
  • Haarpinsel, Nr. 8 und 10
  • frisches Wasser
  • Zeichenblock
  • Klebstoff, Schere
  • Pelikan Farbkreisel
  • Bindfaden

Einstieg: Komplementärkontraste

Um die Wirkung von Komplementärkontrasten zu verdeutlichen, schauen wir uns zunächst die Mischungen der jeweiligen Paare an*. Als Komplementärkontrast kann auch der Gegensatz von Schwarz und Weiß betrachtet werden, obwohl deren Mischfarbe bekannt sein dürfte. So lässt sich aus diesen beiden Farben ein deutliches Grau ermischen:

Graumischreihe, angegeben sind jeweils die Anteile der Farben.

Erstaunlich ist die starke Wirkung von Komplementärfarben deshalb, da sie sich beim Mischen gegenseitig auslöschen. Dies wird deutlich, wenn man verschiedene Mischfarbenpaare betrachtet. Es entsteht jeweils eine neutrale Farbe, die dem Grau - ermischt aus Schwarz und Weiß - sehr nahe kommt:

Die Mischungen passender Komplementärfarbenpaare ergeben fast ein neutrales Grau.

Dieser Einstieg zeigt, wie stark Kontraste sein können. Werden diese Farben aber nicht gemischt, sondern als reine Farbtöne nebeneinander verwendet, verstärken sich die Komplementärfarben sogar gegenseitig.

* Mehr dazu hier.

Die folgenden Beispiele zeigen die starke farbige Wirkung, da hier jeweils zwei Komplementärfarben nebeneinander verwendet werden:

Eine Steigerung der jeweiligen Komplementärkontraste wird durch das Hinzufügen der Nachbarfarben von einer Komplementärfarbe erreicht. Wir sprechen hier von ‚Komplementärkontrast mit Nachbarfarben‘. Die folgenden Beispiele illustrieren diese gesteigerte Wirkung besonders gut:

 

Komplementärkontrast
Violett / Gelb

und Gelb mit seinen Nachbarfarben
Gelbgrün und Gelborange

 

Komplementärkontrast
Gelbgrün / Rotviolett

und Rotviolett mit seinen Nachbarfarben
Magenta und Rotviolett

 

Komplementärkontrast
Rotorange / Cyan

und Cyan mit seinen Nachbarfarben
Blau und Blaugrün

 

Der Gestaltungsvorschlag für unsere bunten Wimpel ist dementsprechend ein Komplementärkontrast mit seinen Nachbarfarben. Bei der Bemalung ist darauf zu achten, dass es sich bei den Farben immer um Komplementärfarbenpaare handelt, die sich im Farbkreis gegenüberliegen. Um dies auf einfache Art und Weise sicherzustellen, hilft der Pelikan Farbkreisel. Dafür wird beispielsweise als Einzelfarbe ‚Rotorange‘ eingestellt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Farbkreisels erscheint dann die zugehörige Komplementärfarbe ‚Cyanblau‘. In unserem Modell sind dessen Nachbarfarben ‚Blau‘ und ‚Blaugrün‘. Im Ergebnis gibt es also 4 Farben, die als Ausgangsbasis für die Bildgestaltung zur Verfügung stehen: Rotorange <> Cyan, Blau und Blaugrün:

Starke Wirkung: Die Zusammenstellung von Komplementärfarben und ihren Nachbarfarben.
 
Violett <> Gelb, Gelbgrün und Gelborange.
 
Gelbgrün <> Rotviolett, Magenta und Violett.
 

Nach diesem Schema lassen sich mithilfe des Farbkreisels beliebig viele weitere Wimpel und Girlanden für jeden Anlass gestalten.

So entsteht eine bunte Wimpel-Girlande:

Starke Wirkung: Die Zusammenstellung von Komplementärfarben und ihre Nachbarfarben.
 
  1. Drucken Sie die Downloadvorlagen aus.
  2. Suchen Sie sich eine Vorlage aus. Für die Schüler und Schülerinnen bietet es sich an, eigene Vorlagen zu entwerfen. Dafür steht Ihnen in unserem Downloadmaterial eine „weiße“ Vorlage zur Verfügung. Diese braucht nur mit einem beliebigen Muster oder einem eigenen Wappen versehen zu werden. Der Wimpel wird dann mit vier verschiedenen Deckfarben (zwei Komplementärfarben und zwei Nachbarfarben) bemalt.
  3. Nach dem Bemalen müssen alle Wimpel gut trocknen.
  4. Dann werden die bunten Fahnen nebeneinander gelegt, damit die benötigte Fadenlänge bestimmt werden kann. Zwischen den Fähnchen sollten 3-4cm Abstand eingehalten werden, damit es später eine gleichmäßige Girlande wird und die Wimpel nicht zerreißen. Außerdem sollte an den Enden noch so viel Platz sein, dass die Girlande bequem an jeder Seite festgeknotet werden kann.
  5. Die einzelnen Fahnen werden an der Falzkante geknickt und mit Klebstoff um den Faden geklebt.
  6. Wenn alle Fahnen angeklebt sind und der Klebstoff gut durchgetrocknet ist, kann die bunte Girlande aufgehängt werden. Weht noch etwas Wind, wirkt das kleine Kunstwerk gleich noch lebhafter!
 
Farbige Girlande: Jeder Wimpel wurde im ‚Komplementärfarbkontrast mit Nachbarfarben‘ bemalt.