Paul Klee
"Winterbild"

Die vorliegenden Unterrichtsinhalte sind nicht festgelegt und lassen sich beliebig kombinieren. Eine freie Gestaltungsweise führt bei den Schülerinnen und Schülern oft zu den schönsten Ergebnissen.

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Weiterführendes Material zu diesem Artikel.

K12 - Das Original: Paul Klee - "Winterbild"

Künstlerisches Malen mit dem Deckfarbkasten K12

Paul Klee schuf mit seinem Bild "Winterbild" ein Werk voller Kontraste: helle und dunkle, farbige und weiße Flächen. Diese Gegensätze verleihen dem Bild seinen unverwechselbaren Charme und verdeutlichen Klees Art des Malens: Er bildete die Natur nicht nur einfach ab, sondern versuchte sie zu verstehen. Dabei bediente er sich besonderer Farbgebungen, um seine Sichtweise zu verdeutlichen.

Klees original "Winterbild" finden sie unter: http://www.vontobel-art.ch

 

Benötigte Materialien:
Deckfarbkasten K12, Zeichenblock und Pinsel von Pelikan.

 
Original Schülerbild
 

Ablauf der Unterrichtseinheit "Winterbild"

Zur Präsentation vor der Klasse finden sie vier Malvorlagen. Am Beispiel "Vorlage 1" erläutern wir Ihnen das weitere Vorgehen. Es lässt sich auf die anderen Vorlagen übertragen. Die Vorlagen 2 bis 4 und Vorschläge zur künstlerischen Bearbeitung finden Sie unter Differenzierungsmöglichkeiten.

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die vorliegenden Unterrichtsinhalte nicht festgelegt sind und sich beliebig kombinieren lassen. Eine freie Gestaltungsweise führt bei den Schülerinnen und Schülern oft zu den schönsten Ergebnissen, Hilfestellungen können und sollen aber bei Bedarf immer gegeben werden.

  1. Laden Sie das Materialpaket "Winterbild" und den Text aus dem Internet herunter.
  2. Präsentieren Sie Ihren Schülern die Vorlage an der Tafel oder am Tageslichtprojektor.
Vorlage 1: Umrisse von "Tropfen" und Baum.
 
  1. Sprechen Sie mit Ihren Schülern über diesen Bildausschnitt. Folgende Punkte können Ihnen hierbei als roter Faden hilfreich sein:
    1. Was könnte auf dem Bild dargestellt sein?
    2. Welche Jahreszeit ist hier dargestellt?
    3. Lassen sich möglicherweise andere Jahreszeiten darstellen? Mit welchen Farben?
    4. Sieht die Landschaft in der Wirklichkeit genauso aus?
    5. Wie verläuft die Landschaft auf der rechten Seite des Bildes?
    6. In welche unterschiedlichen Bereiche (z.B. hell-dunkel; warm-kalt, oben-unten) kann die Linie das Bild einteilen?

    Eine wesentliche Rolle in diesem Bild spielt der "Tropfen". Um die Schüler aber nicht expliziert auf diesen "Tropfen" aufmerksam zu machen, ist er auf unserer Vorlage nur als Umriss dargestellt. Folgende Punkte sollten trotzdem erörtert werden:

    1. Welche Formen lassen sich erkennen?
    2. Welche Rolle spielt der Tropfen?
    3. Kann der Tropfen in das Bild integriert werden?

     

  2. Lassen Sie die Schüler im Anschluss an das Unterrichtsgespräch ihr Bild malen. Hierzu können Sie auch Kopien der Vorlage als Malvorlage austeilen.
  3. Zum Schluss kann jeder Schüler sein Bild betiteln.

Tipp: Wichtig ist immer eine klare Aufgabenstellung! Suchen Sie sich daher "Ihren" Einstieg aus und kombinieren Sie unsere Materialien nach Belieben. Im Anschluss finden Sie weitere Differenzierungsmöglichkeiten.

 

Unterrichtsbeispiele, basierend auf Vorlage 1:

Freie Gestaltung ohne jahreszeitliche Bindung: Da bei Vorlage 1 der Tropfen nur als Umriss vorhanden ist, steht den Schülern eine farbige Gestaltung frei. So entstehen verschiedene Szenarien, wobei der Tropfen einmal als Luft- ein anderes Mal als Fesselballon dargestellt wird.

 
"Frühling"
"Alter Ballon"
"Meine Lieblingsfarben"
"Unwetter"

Verschiedene Funktionen des Tropfens, gemalt mit Pelikan Deckfarben.

 

Möglichkeiten für den Unterricht / Differenzierungsmöglichkeiten

Alternative Einstiege:

Alternativ zu Vorlage 1 können auch folgende Vorlagen gezeigt werden (im PDF enthalten):

  • Vorlage2: Ausgefüllter Baum und Tropfen
  • Vorlage3: Kontrast: Weißer Tropfen auf dunklem Hintergrund
  • Vorlage4: Reduktion: Schwarzer oder weißer Tropfen / Baum ohne Tropfen

 

Vorlage 2: Schwarzer Tropfen: Bei dieser Vorlage steht der Tropfen im Vordergrund. Das ist dann sinnvoll, wenn das Unterrichtsgespräch mehr auf die Formsprache des Bildes gelenkt werden soll.

 
Vorlage 2: Baum mit schwarzem Tropfen.

Beispielbild aus dem Unterricht:

"Endlich Winter"

In diesem Bild wurde die Jahreszeit thematisiert. Dem Tropfen wurde die Funktion einer Sprechblase zugedacht. Ob sich der Mann allerdings ärgert oder freut, vermochte der Schüler nicht zu sagen.

 

Vorlage 3: Kontrast: Hierbei steht der Kontrast im Fokus, vor allem die Wirkung des weißen Berges im Gegensatz zum dunklen Himmel. Auch der Tropfen strahlt am dunklen Firmament und bietet zahlreiche Gesprächsanlässe. Dieses Bild ist vor allem zur Differenzierung geeignet, da hier sofort ein starker Kontrast sichtbar ist und nicht erst verbal abstrahiert werden muss.

 
Vorlage 3: Kontrast als Gesprächsanlass.

Vorlage 4: Reduktion. Da der Tropfen im Werk von Paul Klee eine wesentliche Rolle spielt, kann das Tafelbild auf den Tropfen reduziert werden. Hierbei spielt die Jahreszeit keine Rolle, das Thema kann so individuell ohne jahreszeitliche Bindung im Unterricht eingesetzt werden. In einem weiteren Schritt kann der Bildausschnitt nur auf den Baum begrenzt werden.

Reduktion auf den schwarzen oder weißen Tropfen / Reduktion auf den Baum.

Beispielbild aus dem Unterricht:

"Sommerregen"

Bei einer Reduktion auf den Tropfen ergibt sich eine ganze Tropfenlandschaft.

 

Lebenslauf: Paul Klee

Paul Klee wird am 18.12.1879 in der Schweiz geboren. Bereits mit elf Jahren spielt er Violine in einem großen Orchester. Allerdings rebelliert Klee bald gegen die Musikkultur seiner Eltern und studiert daraufhin Kunst in München. Klee entwickelt seit dieser Zeit seinen eigenen Zeichenstil, allem voran die Technik der Radierung.

Paul Klee ist mit Kandinsky, Marc und Macke befreundet. Beeinflusst wird seine Arbeit ab 1912 vor allem durch Picasso und Rousseau. 1914 entwickelt Klee, während seiner Tunisreise mit August Macke, seinen eigenen künstlerischen Stil. Zartfarbige Bilder und das Verständnis der Natur charakterisieren seit dieser Zeit die Werke von Paul Klee. Im Vordergrund steht für Klee nicht die fotografische Abbildung, sondern vielmehr eine "traumhafte" Bildsprache. Seiner Ansicht nach soll Kunst nicht das Sichtbare wieder geben, sondern es sichtbar machen. Dabei gibt es vielmehr zu erkennen, "als nur die äußere Seite" (der Natur).

In den Jahren 1921-1930 wirkt Paul Klee als Lehrer am Bauhaus in Dessau und Weimar. 1926 gründet Klee zusammen mit Kandinsky, Feininger, und Jawlensky die "Blauen Vier". Er malt vorzugsweise konstruktive und absolute Bilder.

Unter dem Druck der Nazis flüchtet Klee 1933 zurück in die Schweiz. 1937 werden über 100 seiner Werke von den Deutschen als "entartete Kunst" beschlagnahmt.

Bis zu seinem Tod arbeitet Klee in der Schweiz, trotz seiner schweren Sklerodermie - Erkrankung. Paul Klee stirbt am 29.6.1940 in Muralto, Schweiz.