Von der „Dinte“ bis zur „4001“

Die Tinten des Unternehmens kamen in vielen Bereichen zum Einsatz, und dies spiegelte auch das Sortiment wieder. In der Preisliste von 1892 zum Beispiel wurden auf 17 Seiten verschiedene "Dinten" (historischer Ausdruck für das Wort "Tinten") angeboten, deren Unterschiede heute kaum noch nachzuvollziehen sind. Bei den Schreibtinten alleine unterschied man die folgenden Versionen: Normaltinte, Anthracen-Schreibtinte, Aleppo-Schreibtinte, Deutsche Reichstinte, Kaisertinte, Kanzlei- und Archivtinte, Reine Eisengallustinte, Salontinte für die feine Welt, Parfümierte Damentinte, Kontor- und Bureautinte, Schwarze Schultinte Ia und IIa.

Für Vervielfältigungen der Geschäftspost hingegen wurden 7 verschiedene „Copirtinten“ angeboten sowie authographische und hektographische Tinten.

1871 kaufte Günther Wagner die Fabrik von Carl Hornemann. Als er 1879 den Pelikan als eines der ersten deutschen Warenzeichen für seine Produkte anmeldete, bewies er, wie wichtig es ihm war, die von ihm hergestellten Erzeugnisse bekannt zu machen. Den Pelikan übernahm er aus seinem Familienwappen.

 

Ein weiterer Schachzug war es, seinen Tinten einen einprägsamen Namen zu geben. 1898 bekamen die wichtigsten Schreib-und Kopiertinten die Bezeichnungen 2001,3001, 4001, wenig später folgten 5001 und 6001. Auf Dauer blieb 4001 als die Pelikan Tinte. Sie wird bis heute auf der gesamten Welt verkauft.

Vielfältig ist die Form der Gläser, Flaschen und deren Etiketten, die die Verbraucher zum Kauf der Pelikan Tinte anregen sollen.

Nachdem Lewis Edison Waterman 1884 einen Füllfederhalter zum Patent angemeldet hatte und sich ein Markt für dieses neue Schreibgeräte abzeichnete, begann Günther Wagner wenige Jahre später mit der Herstellung von „Füllfeder-Tinte“.

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